Die Krankengymnastik ist vom Sport abzugrenzen, obwohl beide fließend ineinander übergehen. Bei der Krankengymnastik steht die Einzelbehandlung, welche sinnvoll gesteigert und dosiert eine Stabilisierung und Leistungssteigerung des Organismus ergibt, im Vordergrund.
Zu den Aufgaben der Krankengymnastik zählen:

1. prophylaktische Aufgaben (Vorsorge)

Verhinderung von Inaktivitätsatrophien (Atrophie = Verkleinerung eines Organs oder Muskels) Verhütung von Gelenkontrakturen (Gelenkversteifungen) Anregung des Blutkreislaufes zur Tromboseprophylaxe (Thrombose = Bluttropfbildung durch Verklebung von Blutplättchen) Atemvertiefung

2. therapeutische Aufgaben(Behandlung)

Schulung der Muskelkraft Üben der Bewegungsfertigkeiten Behebung entstandener Gelenkversteifungen

3. rehabilitative Aufgaben (Nachsorge)

Wiedereingliederung des Patienten in das berufliche und gesellschaftliche Leben

Diese Aufgaben der Krankengymnastik werden mit Hilfe von Bewegungs- und Spannungsübungen sowie Lagerung und Atemübungen gelöst. Die Krankengymnastik kann in vielen medizinischen Disziplinen eingesetzt werden wenn eine Indikation (Heilanzeige, zwingender Grund zur Anwendung eines bestimmten Heilverfahrens) vorliegt. Sie kommt vielfältig in verschiedensten Anwendungsbereichen, wie z.B. Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Neurologie u.s.w. zum Einsatz. Es gibt einige spezielle Techniken, die ganz gezielt angewendet werden können um ein ganz bestimmtes Krankheitsbild positiv zu beeinflussen.